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Was ist der GdB?

GdB heißt: Grad der Behinderung.
Der GdB zeigt, wie stark eine Behinderung ist.
Die Zahl geht von 20 bis 100.
Sie springt in Schritten von 10.
Ab GdB 50 haben Sie eine Schwer-Behinderung.

Das ist wichtig

Der GdB ist kein Prozent-Wert.
GdB 50 heißt nicht: 50 Prozent behindert.
Der GdB ist eine Zahl auf einer Skala.
Eine Skala ist eine Reihe von Zahlen, zum Beispiel von 20 bis 100.

Es ist egal, woher die Behinderung kommt.
Sie kann von einer Krankheit kommen.
Sie kann von einem Unfall kommen.
Sie kann von Geburt an da sein.

Es zählt nicht nur die Krankheit.
Es zählt, wie stark Sie im Alltag eingeschränkt sind.
Menschen mit der gleichen Krankheit können einen anderen GdB haben.

Die Einschränkung muss lange dauern.
Sie muss wahrscheinlich länger als 6 Monate dauern.

Der GdB sagt nicht, ob Sie arbeiten können.

So bekommen Sie den GdB

  1. Sie stellen einen Antrag beim Versorgungs-Amt.
    Das Versorgungs-Amt ist das Amt, das den GdB festlegt.
    Mit dem Antrag bitten Sie das Amt um den GdB.
    Im Antrag nennen Sie Ihre Krankheiten.
    Sie nennen auch Ihre Ärztinnen und Ärzte.
    Der Antrag kostet nichts.
  2. Das Amt bekommt Berichte von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  3. Eine Ärztin oder ein Arzt vom Amt liest und bewertet die Berichte.
    Meistens untersucht das Amt Sie nicht selbst.
    Das Amt nutzt dafür die Versorgungs-Medizin-Verordnung.
    Das ist ein Gesetz.
    Darin steht, wie stark eine Krankheit behindert.
  4. Sie bekommen einen Bescheid.
    Der Bescheid ist ein Brief vom Amt.
    Im Brief steht Ihr GdB.
    Wenn Sie den Brief bekommen haben, haben Sie 1 Monat Zeit.
    In dieser Zeit können Sie Widerspruch einlegen.
    Das heißt: Sie sagen dem Amt, dass Sie nicht einverstanden sind.

Das Amt entscheidet meistens nach den Berichten.
Darum ist wichtig, was in den Berichten steht.
Die Berichte sollen genau beschreiben, was im Alltag nicht mehr geht.

So entsteht der Gesamt-GdB

Jede Einschränkung bekommt zuerst einen eigenen GdB.
Daraus macht das Amt einen Gesamt-GdB.
Der Gesamt-GdB ist ein GdB für alle Ihre Einschränkungen.
Das Amt zählt die Zahlen nicht zusammen.

Das Amt nimmt zuerst den höchsten GdB.
Dann prüft das Amt: Machen andere Einschränkungen Ihre Lage noch schlechter?
Dann ist der Gesamt-GdB manchmal höher.

Mehrere Einschränkungen mit GdB 10 machen den Gesamt-GdB meistens nicht höher.
Auch dann nicht, wenn es viele sind.
Einschränkungen mit GdB 20 machen ihn meistens auch nicht höher.
Das prüft das Amt aber im Einzelfall.

Manche Einschränkungen betreffen dasselbe.
Das heißt: Sie überschneiden sich.
Dann erhöhen sie den Gesamt-GdB weniger.
Einschränkungen, die sich gegenseitig schlimmer machen, erhöhen ihn mehr.
Das gilt auch für Einschränkungen, die nichts miteinander zu tun haben.

Beispiel:
Das Rücken-Leiden hat GdB 30.
Die Depression hat GdB 20.
Der Gesamt-GdB ist nicht 50.
Er ist oft 30 oder 40.

Das gilt ab welchem GdB

Ab GdB 20

Das Amt stellt eine Behinderung fest.
Sie können den Steuer-Vorteil nutzen.
Bei GdB 20 können Sie 384 Euro im Jahr von Ihrem Einkommen abziehen.
So zahlen Sie weniger Steuern.
Wie viel Sie sparen, hängt von Ihrem Einkommen ab.
Der Betrag wird mit dem GdB höher.

Ab GdB 30

Wenn Sie arbeiten, können Sie eine Gleichstellung beantragen.
Das machen Sie bei der Agentur für Arbeit.
Die Agentur prüft Ihren Antrag.
Bekommen Sie die Gleichstellung, sind Sie bei der Arbeit besser geschützt.
Sie sind dann fast so geschützt wie Menschen mit Schwer-Behinderung.
Zum Beispiel gilt dann ein besonderer Kündigungs-Schutz.
Das heißt: Man kann Ihnen nicht so leicht kündigen.

Ab GdB 50

Sie haben eine Schwer-Behinderung.
Sie können einen Schwer-Behinderten-Ausweis bekommen.
Sie haben einen besonderen Kündigungs-Schutz.
Sie haben 5 Tage mehr Urlaub im Jahr.
Das gilt, wenn Sie an 5 Tagen in der Woche arbeiten.
Sie können 2 Jahre früher als andere Menschen in Rente gehen.
Das ist die Alters-Rente für schwer-behinderte Menschen.
Dafür brauchen Sie 35 Versicherungs-Jahre.
Versicherungs-Jahre sind Jahre, die für die Rente zählen.
Dann bekommen Sie keinen Abzug bei der Rente.
Der Steuer-Vorteil ist höher.
Bei GdB 50 können Sie 1.140 Euro im Jahr abziehen.
Bei höherem GdB ist der Betrag noch höher.

Gut zu wissen

Im Ausweis können auch Merkzeichen stehen.
Ein Merkzeichen ist ein kurzes Zeichen für eine besondere Hilfe.
Zum Beispiel gibt es Erleichterungen beim Parken.
Oder Sie können vielleicht kostenlos Bus und Bahn fahren.

Der Schwer-Behinderten-Ausweis gilt oft bis zu 5 Jahre.
Danach brauchen Sie einen neuen Ausweis.

Bei Krebs gilt oft eine Heilungs-Bewährung.
Das heißt: Das Amt setzt zuerst einen höheren GdB an.
Das gilt meistens 5 Jahre.
Danach prüft das Amt neu.

Wenn Sie einen höheren GdB beantragen, prüft das Amt alles neu.
Dann kann der GdB auch niedriger werden.

Das ist etwas anderes

Der Pflege-Grad kommt von der Pflege-Versicherung.
Er zeigt, wie selbstständig Sie im Alltag sind.

Die Erwerbs-Minderung kommt von der Renten-Versicherung.
Sie zeigt, wie gut Sie arbeiten können.

Der GdB zeigt, wie stark Sie in Ihrem Leben eingeschränkt sind.

Sie können GdB 50 haben, voll arbeiten und keinen Pflege-Grad haben.

Wichtig

Das ist eine unverbindliche Information.
Das ist keine Rechts-Beratung.
Die Regeln gelten nach dem Stand vom 29. September 2025.