GdB bei Diabetes
Bei Diabetes richtet sich der GdB nach dem Therapieaufwand und den Einschnitten im Alltag, nicht nach dem Typ: Ohne Unterzuckerungsrisiko gibt es keinen GdB, mit Unterzuckerungsrisiko 20, mit täglicher dokumentierter Blutzuckerkontrolle und weiteren Einschnitten 30–40. GdB 50 setzt mindestens vier Insulingaben täglich mit selbständiger Dosisanpassung, Dokumentation und gravierende Einschnitte voraus.
Stand , Versorgungsmedizin-Verordnung in der Fassung vom 29.09.2025
GdB-Werte laut Versorgungsmedizin-Verordnung
| Beschreibung laut Verordnung | GdB |
|---|---|
| Therapie ohne UnterzuckerungsrisikoTherapie kann regelhaft keine Hypoglykämie auslösen | 0 |
| Therapie mit UnterzuckerungsrisikoTherapie kann eine Hypoglykämie auslösen, Einschnitte in der Lebensführung | 20 |
| Tägliche dokumentierte Blutzuckerkontrolle und weitere EinschnitteTherapie kann Hypoglykämie auslösen, mindestens einmal täglich dokumentierte Blutzuckerselbstkontrolle, weitere Einschnitte in der Lebensführung | 30–40 |
| Intensivierte Insulintherapie ohne nachgewiesene gravierende Einschnittehoher Therapieaufwand, aber Voraussetzungen für 50 nicht erfüllt | 30–40 |
| Intensivierte Insulintherapie – 40 oder 50mindestens vier Insulininjektionen täglich (oder Pumpe) mit selbständiger Dosisanpassung, dokumentiert, und gravierende Einschnitte in der Lebensführung: 50; sonst 30–40 | 40–50 |
Einzelwerte unter 20 führen allein nicht zur Feststellung einer Behinderung. Bei mehreren Erkrankungen bildet das Versorgungsamt einen Gesamt-GdB.
Worauf das Versorgungsamt achtet
Das Versorgungsamt entscheidet meist nach Aktenlage. Entscheidend ist, ob die ärztlichen Unterlagen diese Fragen konkret beantworten:
- Welche Therapie erfolgt genau (Präparate, Anzahl der Insulingaben, Pumpe), und wird die Dosis selbständig angepasst?
- Wie oft wird gemessen, und liegt eine Dokumentation vor (Tagebuch, Sensor-Auswertung)?
- Wie häufig treten Unterzuckerungen auf, auch schwere oder nächtliche?
- Welche konkreten Einschnitte in der Lebensführung bestehen (Beruf, Mahlzeiten, Sport, Autofahren)?
- Bestehen Folgeerkrankungen (Neuropathie, Retinopathie, Nephropathie)?
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Schnellcheck mit Diabetes startenHäufige Fragen
Bekommt man mit Diabetes Typ 2 einen GdB?
Nur wenn die Therapie Unterzuckerungen auslösen kann, etwa mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin. Mit Metformin allein gibt es in der Regel keinen GdB.
Wann gibt es bei Diabetes GdB 50?
Bei mindestens vier Insulingaben täglich oder Pumpe, selbständiger Dosisanpassung, lückenloser Dokumentation und gravierenden Einschnitten in der Lebensführung. Der Therapieaufwand allein reicht nicht.
Werden Folgeerkrankungen berücksichtigt?
Ja, Schäden etwa an Nerven, Augen oder Nieren werden zusätzlich bewertet und können den Gesamt-GdB erhöhen.
Quellen und Rechtsstand
- VersMedV, Anlage zu § 2, Teil B Nr. 15.1 (öffnet in neuem Tab)
- Zweite Verordnung zur Änderung der VersMedV (Neufassung 15.1) (öffnet in neuem Tab)
- Rechtsgrundlage
- Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV), Anlage zu § 2 „Versorgungsmedizinische Grundsätze“ (amtlicher Text, öffnet in neuem Tab)
- Rechtsstand
- Teil A in der Fassung der Sechsten Verordnung zur Änderung der VersMedV vom 29.09.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 228). Teil B: Abschnitte 3.6, 3.7, 8.3, 8.7, 15.1, 18.9, 18.12, 18.14.
- Stand der Datenbasis
Inhalte werden derzeit fachlich geprüft
Bis zum Abschluss der Prüfung können sich einzelne Angaben noch ändern. Maßgeblich ist der amtliche Text der Versorgungsmedizin-Verordnung.